Profil

ZwetschgePrunus domestica

Die Zwetschge ist eine bewährte Unterart der Pflaume, die besonders für ihre Backeigenschaften geschätzt wird. Ihr festes Fleisch bleibt auch bei hohen Temperaturen formstabil und behält seine angenehme Säure.

Zwetschge (Prunus domestica): Pflanzenportrait für Pflanzenportrait - Obst, Rosengewächse, Ernten Jul, Aug, Sep, Okt
Zwetschge: Pflanzenportrait. Ernte: Jul, Aug, Sep, Okt.

Kurzprofil

Wichtigste Daten

Pflanzen

Mär, Apr, Okt, Nov

Ernten

Jul, Aug, Sep, Okt

Wasser

mittel

Gute Nachbarn

KapuzinerkresseBärlauchMeerrettich

Meiden

Tomate

Anbaudaten

Zwetschge Anbaudaten

Pflanzabstand

300 - 500 cm

Reihenabstand

400 - 600 cm

Aussaat und Keimung

LichtkeimerNein
DunkelkeimerNein
KaltkeimerJa
Stratifikation nötigJa
Vorquellen empfohlenNein
Direktsaat möglichNein
Vorkultur empfohlenNein

Pflanzung und Abstände

Pflanzabstand300 - 500 cm
Reihenabstand400 - 600 cm
Pflanzen pro m²0,03 - 0,08 pro m²

Temperatur und Standort

Wachstumstemperaturab 5 °C
Optimale Temperatur15 - 25 °C
FrostempfindlichNein
Spätfrost empfindlichJa
Hitzetoleranzmittel
Kältetoleranzhoch

Wasser, Nährstoffe und Pflege

Wassermittel
Kritische WasserphasenBlüte, Fruchtfall im Juni, Fruchtwachstum vor der Reife
Bewässerungdrip_irrigation
Trockenheitmittel
Staunässe empfindlichJa
Mulchen empfohlenJa
NährstoffbedarfMittelzehrer
Kompost empfohlenJa
Düngersensibilitätniedrig

Topf, Stütze und Wuchs

Topf geeignetJa
TopfgrößeVolumen: ab 30 l; Empfohlen: ab 50 l; Durchmesser: ab 45 cm; Tiefe: ab 40 cm
StützeJa; 150 - 250 cm
Höhe300 - 600 cm
Breite250 - 500 cm
Wurzeltiefe40 - 100 cm
Wurzelausbreitung300 - 600 cm
Ertrag15 - 50 kg

Jahresplan

Zwetschge Kalender

Alle Pflanzen
VorkulturDirektsaatPflanzenErnten

Vorkultur

Keine Angaben

Nicht zutreffend, da Zwetschgen über Veredelung vermehrt werden.

Direktsaat

Keine Angaben

Nicht zutreffend, generative Vermehrung führt nicht zu sortenechten Bäumen.

Pflanzen

MärAprOktNov

Herbstpflanzung (Oktober bis November) wird für wurzelnackte Bäume bevorzugt; Containerware kann frostfrei fast ganzjährig gepflanzt werden.

Ernten

JulAugSepOkt

Ernte je nach Sorte von Juli (Frühzwetschgen) bis Oktober (z. B. Hauszwetschge). Vollreif ernten für optimales Aroma.

Jahresplan
  1. Frühjahrsdüngung
  2. Junifall kontrollieren & Handausdünnung
  3. Leimgürtel anbringen

Anbau

Zwetschge Standort, Boden und Pflege

Pflanzabstand

300 - 500 cm

Lagerung

Suitable storage types: fresh_cellar, refrigerated, frozen, processed, Optimal temperature c: 0,5

Cultivation pro tip: Reißen Sie steil nach oben wachsende Wasserschosse im Juni oder Juli einfach mit der Hand an der Basis aus, statt sie zu schneiden. Das verhindert den Neuaustrieb schlafender Knospen fast vollständig.

Schnitt

Zwetschge Schnitt

fruiting_wood_renewal

Ziel

fruiting_wood_renewal

Schnittzeit

summer

JulAug

Sommerschnitt direkt nach der Ernte zur Kronenauslichtung und Wundheilung Der Schnitt im Sommer mindert das Infektionsrisiko für Pseudomonas und Pilzkrankheiten wie Monilia, da die Wunden zügig abschotten.

late_winter

FebMär

Erziehungsschnitt und starker Verjüngungsschnitt an frostfreien Tagen Nur bei trockenem Wetter und Temperaturen über 0°C durchführen, um Frostrisse an den Schnittstellen zu vermeiden.

Entfernen

  • Wasserschosse und steil nach innen wachsende Triebe
  • Abgetragenes, herabhängendes, vergreistes Fruchtholz (älter als 3-4 Jahre)
  • Konkurrenztriebe zur Leitastverlängerung
  • Von Monilia infizierte Zweige bis weit in das gesunde Holz

Erhalten

  • Einjähriges Holz mit gut ausgebildeten Blütenknospen für das Folgejahr
  • Kurzes, reich garniertes zweijähriges Fruchtholz
  • Flach stehende, vitale Seitentriebe

Vermeiden

  • Starker Schnitt im Spätwinter bei Frost (erhöht das Risiko von Frostschäden und Gummifluss)
  • Zu starker Rückschnitt junger Bäume (verzögert den Ertragsbeginn massiv)
  • Große Schnittwunden ohne anschließenden Wundverschluss bei feuchter Witterung

Werkzeug & Hygiene

Werkzeuge nach jedem Baum intensiv mit Alkohol oder einer Flamme desinfizieren, um die Ausbreitung von Bakterienbrand (Pseudomonas) oder Viren zu unterbinden.

Mischkultur

Zwetschge Mischkultur

Mischkultur

Gute Nachbarn

KapuzinerkresseBärlauchMeerrettich

Meiden

Tomate

Gesundheit

Schädlinge, Krankheiten

Häufige Fragen

Warum verliert mein Zwetschgenbaum im Juni so viele unreife Früchte?

Das ist der natürliche 'Junifall'. Der Baum stößt überzähligen Behang ab, den er ernährungsbedingt nicht versorgen kann. Eine zusätzliche Handausdünnung schützt vor Astbruch.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um einen Zwetschgenbaum zu schneiden?

Der ideale Zeitpunkt ist der Hochsommer direkt nach der Ernte (Juli/August). Wunden heilen dann besonders schnell, was Pilzinfektionen vorbeugt.

Verwandte Pflanzen

Süßkirsche

Gleiche Familie

Beide sind Rosengewächse; wegen Bodenmüdigkeit nicht direkt nacheinander auf dieselbe Fläche pflanzen.

Mirabelle

Gleiche Kulturgruppe

Gleiche Kultur- und Pflanzenschutzmaßnahmen; exzellente Befruchterpartner füreinander.

Schlehe

Ähnliche Krankheiten

Kann als Wirtspflanze für das Scharka-Virus dienen und Blattläuse auf Kulturen übertragen.

Quellen

Öffentliche Quellen

  1. Wikidata entity

    Wikidata · 2026-05-16

  2. GBIF species match

    GBIF · 2026-05-16

  3. Deutschsprachige Wikipedia: Pflaume

    Wikipedia · 2026-05-16

  4. English Wikipedia: Prunus domestica

    Wikipedia · 2026-05-16

Details

Weitere öffentliche Pflanzendaten

Names
Common

Zwetschge

Plural

Zwetschgen

BotanicalPrunus domestica
Botanical authorL.
Scientific synonyms
  1. Prunus domestica subsp. domestica
  2. Prunus oeconomica
  3. Prunus domestica subsp. oeconomica
Synonyms
  1. Zwetsche
  2. Zwetschke
  3. Quetsche
  4. Pflaume
Common synonyms
  1. Hauszwetschge
Regional names
  1. Quetsche
  2. Zwetschke
Historical names
Market names
  1. Kulturpflaume
  2. Backzwetschge
Misspellings
  1. Zwergspfe
  2. Zweschge
International names
Fr
  1. Prunier d'Italie
  2. Quetschier
Es
  1. Ciruelo
It
  1. Prugno
  2. Susino
Pl
  1. Śliwa domowa
Ambiguous names
  1. NamePflaume
    Languagede
    Shared with
    1. Prunus domestica subsp. insititia
    2. Prunus cerasifera
    Clarification

    Zwetschgen sind eine spezifische Unterart bzw. Sortengruppe der Pflaume mit länglichen Früchten und Steinlöslichkeit.

Search terms
  1. Zwetschge
  2. Zwetschgenbaum
  3. Pflaumenbaum
  4. Hauszwetschge
Taxonomy
KingdomPlantae
Clades
  1. Tracheophyta
  2. Angiospermae
  3. Eudicotyledonae
  4. Rosidae
OrderRosales
Family botanicalRosaceae
Family

Rosengewächse

Family idrosaceae
SubfamilyAmygdaloideae
TribeAmygdaleae
GenusPrunus
SpeciesPrunus domestica
SubspeciesPrunus domestica subsp. domestica
Cultivar groupZwetschgen
Hybrid statushybrid_origin_unclear
Related crops
  1. Prunus spinosa
  2. Prunus cerasifera
  3. Prunus insititia
  4. Prunus persica
  5. Prunus armeniaca
  6. Prunus avium
Classification
Main groupfruit
Sub groupstone_fruit
Crop grouppome_and_stone_fruit
Life cycleMehrjährig
Perennialja
Woodyja
Treeja
Shrubnein
Essbare Teile
  1. Früchte
Nutrient grouplow_demanding
Calendar
Sowing indoor
Notes

Nicht zutreffend, da Zwetschgen über Veredelung vermehrt werden.

Sowing outdoor
Notes

Nicht zutreffend, generative Vermehrung führt nicht zu sortenechten Bäumen.

Planting out
Months
  1. 3
  2. 4
  3. 10
  4. 11
Earliest month3
Latest month11
Notes

Herbstpflanzung (Oktober bis November) wird für wurzelnackte Bäume bevorzugt; Containerware kann frostfrei fast ganzjährig gepflanzt werden.

Harvest
Months
  1. 7
  2. 8
  3. 9
  4. 10
Earliest month7
Latest month10
Notes

Ernte je nach Sorte von Juli (Frühzwetschgen) bis Oktober (z. B. Hauszwetschge). Vollreif ernten für optimales Aroma.

Month tasks
1
  1. Winterschnitt an frostfreien Tagen durchführen.

2
  1. Kalkanstrich am Stamm erneuern, um Frostrisse zu vermeiden.

3
  1. Kompost im Traufbereich verteilen und leicht einharken.

4
  1. Auf Monilia-Blütenfäule kontrollieren, besonders bei feuchter Witterung.

5
  1. Fruchausdünnung bei zu dichtem Behang beginnen, um Astbruch vorzubeugen.

6
  1. Wasserschosse (steil nach oben wachsende Triebe) herausreißen oder schneiden.

7
  1. Frühe Sorten ernten und auf Maden des Pflaumenwicklers kontrollieren.

8
  1. Hauptbeseitigung von Pflaumenwickler-Fallobst zur Zyklusunterbrechung.

9
  1. Späte Sorten ernten und Leimgürtel gegen Frostspanner anbringen.

10
  1. Falllaub entfernen, um die Überwinterung von Pilzsporen einzudämmen.

11
  1. Neupflanzung von wurzelnackten Zwetschgenbäumen durchführen.

12
  1. Werkzeuge reinigen und schärfen; Stammpflege betreiben.

Month tasks structured
3
  1. Taskfertilizing
    Label

    Frühjahrsdüngung

    Prioritymittel
    Months
    1. 3
    Conditionfrost_free
    Estimated effortniedrig
    Notes

    Reifen Kompost oder organischen Volldünger flach im Wurzelbereich ausbringen.

6
  1. Taskthinning
    Label

    Junifall kontrollieren & Handausdünnung

    Priorityhoch
    Months
    1. 6
    Conditiondry_weather
    Estimated effortmittel
    Notes

    Überzähligen Fruchtbehang reduzieren, um Fruchtqualität zu sichern und Alternanz vorzubeugen.

9
  1. Taskpest_control
    Label

    Leimgürtel anbringen

    Prioritymittel
    Months
    1. 9
    2. 10
    Conditiondry_weather
    Estimated effortniedrig
    Notes

    Gegen die emporkriechenden frostunflügelten Weibchen des Frostspanners.

Beschreibung
Overview

Die Zwetschge ist eine bewährte Unterart der Pflaume, die besonders für ihre Backeigenschaften geschätzt wird. Ihr festes Fleisch bleibt auch bei hohen Temperaturen formstabil und behält seine angenehme Säure.

Monatsaufgaben
3
  1. Taskplanting
    Label

    Frühjahrspflanzung

    Prioritymittel
    Months
    1. 3
    2. 4
    Conditionfrost_free_soil
    Estimated efforthoch
    Notes

    Möglichst früh im Frühjahr pflanzen, damit der Baum vor den Sommerwochen einwurzelt.

8
  1. Taskpruning
    Label

    Sommerschnitt

    Prioritymittel
    Months
    1. 8
    Conditiondry_weather
    Estimated effortmittel
    Notes

    Schnitt nach der Ernte fördert die Wundheilung und mindert das Risiko für Monilia und Pseudomonas.

10
  1. Taskplanting
    Label

    Herbstpflanzung

    Priorityhoch
    Months
    1. 10
    2. 11
    Conditionfrost_free_soil
    Estimated efforthoch
    Notes

    Idealer Zeitpunkt für wurzelnackte Obstbäume. Bodenschluss über den Winter ist optimal.

Anbaudaten
Seed
Light germinatornein
Dark germinatornein
Cold germinatorja
Stratification neededja
Pre soaking recommendednein
Direct sowing possiblenein
Pre culture recommendednein
Spacing
Plant spacing cm min.300
Plant spacing cm max.500
Row spacing cm min.400
Row spacing cm max.600
Recommended density per sqm min.0,03
Recommended density per sqm max.0,08
Abstandshinweise

Abstände stark abhängig von der gewählten Unterlage (schwachwüchsig wie GiSelA/Pixy vs. starkwüchsig wie Sämling).

Growth dimensions
Height cm min.300
Height cm max.600
Width cm min.250
Width cm max.500
Root depth cm min.40
Root depth cm max.100
Root spread cm min.300
Root spread cm max.600
Growth speedmittel
Hinweise zur Endgröße

Buschbäume bleiben kleiner (3-4m), während Halbstämme und Hochstämme deutlich höhere Dimensionen erreichen.

Temperature
Min. growing Temperatur5 °C
Optimal Temperatur c min.15
Optimal Temperatur c max.25
Max. heat tolerance35 °C
Frost sensitivenein
Late frost sensitiveja
Heat tolerancemittel
Cold tolerancehoch
Temperaturhinweise

Das Holz ist sehr frosthart. Die Blüten im Frühjahr sind jedoch empfindlich gegenüber Spätfrosten.

Water
Wasserbedarfmittel
Critical water phases
  1. Blüte
  2. Fruchtfall im Juni
  3. Fruchtwachstum vor der Reife
Drought tolerantnein
Drought sensitivitymittel
Waterlogging sensitiveja
Mulching recommendedja
Wasserhinweise

Gleichmäßige Feuchtigkeit verhindert das Aufplatzen der Früchte kurz vor der Ernte. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule.

Nutrition
Nutrient groupMittelzehrer
Heavy feedernein
Medium feederja
Light feedernein
Nitrogen needmittel
Phosphorus needmittel
Potassium needhoch
Calcium needmittel
Magnesium needniedrig
Compost recommendedja
Mulching recommendedja
Fertilizer sensitivityniedrig
Nährstoffhinweise

Kalium ist besonders wichtig für die Fruchtqualität und Holzausreife. Übermäßige Stickstoffgaben fördern die Krankheitsanfälligkeit.

Container
Container suitableja
Min. pot volume30 l
Recommended pot volume50 l
Min. pot depth40 cm
Min. pot diameter45 cm
Plants per container min.1
Plants per container max.1
Drainage requiredja
Repotting neededja
Topfhinweise

Nur auf extrem schwachwüchsigen Unterlagen (z.B. Pixy) für Kübelkultur geeignet. Regelmäßiger Schnitt zwingend erforderlich.

Support
Needs supportja
Support recommendedja
Climbingnein
Viningnein
Trellis recommendednein
Support types
  1. stake
  2. post_and_wire
Support height cm min.150
Support height cm max.250
Training requiredja
Stützhinweise

Ein Stützpfahl ist in den ersten Jahren nach der Pflanzung unverzichtbar. Bei starkem Fruchtbehang müssen Äste gestützt werden.

Cultivation modes
Outdoor bed suitableja
Raised bed suitablenein
Container suitableja
Balcony suitablenein
Greenhouse suitablenein
Polytunnel suitablenein
Indoor suitablenein
Windowsill suitablenein
Hydroponic possiblenein
Permaculture suitableja
No dig suitableja
Yield density
Yield per plant min.15
Yield per plant max.50
Yield unitkg
Yield per sqm min.1
Yield per sqm max.4
Yield reliabilitymittel
Ertragshinweise

Ertragsbeginn meist ab dem 3. bis 5. Standjahr. Alternanz kann durch Fruchtausdünnung im Juni abgemildert werden.

Site
Sun requirementvolle Sonne
Wind exposureprotected
Aspect preference
  1. south
  2. south_west
  3. west
Site notes

Sonnige, warme und windgeschützte Lagen fördern den Zuckergehalt und mindern Spätfrostschäden an der Blüte.

Soil
Soil type
  1. Lehm
  2. sandiger Lehm
PH min.6
PH max.7,5
Humus requirementmittel
Drainage preferencegut drainiert
Bodenhinweise

Nährstoffreiche, tiefgründige Böden mit gutem Wasserspeichervermögen werden bevorzugt. Sandböden trocknen zu schnell aus.

Watering
Watering frequencyregular_during_drought
Water quality requirementniedrig
Drought responsefruit_drop
Watering notes

Jungbäume im ersten Jahr intensiv gießen. Etablierte Bäume benötigen meist nur bei lang anhaltender Trockenheit Zusatzwasser.

Nutrition
Fertilizer types
  1. compost
  2. horn_shavings
  3. organic_fruit_tree_fertilizer
Application timingearly_spring
Overfertilization risks

Zuviel Stickstoff führt zu weichem Gewebe, langen Wasserschossen und erhöhter Anfälligkeit für Blattläuse.

Anbauplanung
Succession sowing
Possiblenein
Bed planning notes

Aufgrund der mehrjährigen Standzeit als Solitärbaum oder im Obstgarten planen. Unterpflanzung mit schwachzehrenden Kräutern oder Kapuzinerkresse möglich.

Rotation priorityperennial
Interplanting potentialniedrig
Mechanization relevancemittel
Fruchtfolge
Text

Als langlebige Dauerkultur nimmt die Zwetschge jahrzehntelang denselben Standort ein. Eine klassische Fruchtfolge entfällt. Bei einer Neupflanzung muss jedoch wegen der Gefahr von Bodenmüdigkeit eine lange Anbaupause zu anderen Rosengewächsen eingehalten werden.

Replant interval years15
Soil sickness riskhoch
Preceding crops banned
  1. prunus
  2. malus
  3. pyrus
  4. rosaceae
Deficiencies
Profiles
  1. Slugnitrogen_deficiency
    Name

    Stickstoffmangel

    Symptoms

    Kümmerlicher Wuchs, blassgrüne bis gelbliche Verfärbung der älteren Blätter, geringer Fruchtansatz.

    Remedy

    Gabe von Hornspänen oder organischem Obstdünger im zeitigen Frühjahr; Mulchen mit Kompost.

  2. Slugpotassium_deficiency
    Name

    Kaliummangel

    Symptoms

    Blattränder rollen sich nach oben und zeigen braune Nekrosen (Verbrennungen); Früchte bleiben klein und geschmacklos.

    Remedy

    Ausbringen von Kaliumsulfat oder patentkalihaltigen organischen Düngern im Wurzelbereich.

Problems
Non pathogenic
  1. Slugfruit_cracking
    Name

    Fruchtplatzen

    Description

    Aufplatzen der Fruchthaut kurz vor der Reife nach starken Regenfällen auf trockene Böden.

    Management

    Gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit durch Mulchen und Bewässerung während Trockenperioden sicherstellen.

  2. Slugfrost_cracks
    Name

    Frostrisse

    Description

    Längsrisse in der Stammrinde durch extreme Temperaturschwankungen im Spätwinter (Sonneneinstrahlung auf gefrorenes Holz).

    Management

    Weißen Kalkanstrich im Spätherbst auf den Stamm auftragen, um Sonnenstrahlen zu reflektieren.

Problemmanagement
Common pest groups
  1. Wickler (Fruchtschädigung)
  2. Blattläuse (Trieb- und Blattschäden)
  3. Spannerraupen (Blatt- und Knospenfraß)
Common disease groups
  1. Frucht- und Blütenmonilia (Pilz)
  2. Viren (Scharka-Krankheit)
  3. Blattfleckenpilze
Prevention principles
  1. Regelmäßiger Auslichtungsschnitt im Sommer nach der Ernte, damit die Krone schnell abtrocknet.
  2. Konsequente Hygiene durch Entfernen von Fallobst und Fruchtmumien aus der Anlage.
  3. Weißanstrich der Stämme im Winter zur Vermeidung von Spannungsrissen in der Rinde.
  4. Bedarfsgerechte, kaliumbetonte Düngung; Überdüngung mit Stickstoff vermeiden.
Diagnosis notes

Prüfen Sie bei welkenden Trieben zuerst auf Monilia-Spitzendürre. Zeigen die Früchte vorzeitige Färbung mit klebrigen Tropfen, liegt meist Pflaumenwicklerbefall vor.

Krankheitsdaten
Scopetemperate_europe
Profiles
  1. Slugmonilia_rot
    Severityhoch
    Conditions
    1. Feuchte Witterung während der Blüte
    2. Anhaltender Regen vor der Ernte
    3. Verletzungen durch Hagel oder Wespen
    Affected parts
    1. Blüten
    2. Triebe
    3. Früchte
    Prevention
    1. Schnitt zur Förderung einer luftigen Krone
    2. Fruchtausdünnung zur Vermeidung von Berührungspunkten
    Organic control
    1. Ausschneiden infizierter Zweige im Sommer
    2. Absammeln aller Fruchtmumien vor dem Winter
Diagnostic rules
  1. Symptom

    Früchte fallen im Juli vorzeitig ab und enthalten eine rötliche Made mit braunem Kopf.

    Possible causes
    1. grapholita-funebrana
    First checks
    1. Prüfen auf Bohrloch mit klebrigem Kautropfen.
    2. Auswerten von Pheromonfallen-Flugdaten.
  2. Symptom

    Blätter zeigen im Juni pockenartige Verfärbungen, Früchte haben gummiartige Einsenkungen.

    Possible causes
    1. plum-pox-virus
    First checks
    1. Blätter gegen das Licht auf ringförmige Muster prüfen.
    2. Sorte auf Scharkaresistenz verifizieren.
Prevention strategy
Cultural
  1. Optimale Standortwahl (vollsonnig, gut durchlüftet).
  2. Regelmäßiger Schnitt nach der Ernte im Spätsommer.
Monitoring
  1. Ab Mai wöchentliche Kontrolle auf Blattlauskolonien an Triebspitzen.
  2. Pheromonfallen für Pflaumenwickler ab Mitte Mai kontrollieren.
Organic first response
  1. Befallenes Fallobst täglich aufsammeln und über den Hausmüll entsorgen.
  2. Triebspitzen bei starkem Lausbefall mechanisch zurückschneiden.
Notes

Gute Werkzeughygiene (Desinfektion der Schere nach jedem Baum) schützt vor der Übertragung von Krankheiten.

Diagnosis
Key steps
  1. 1. Fruchtsymptome prüfen (Maden, Flecken, Deformationen).
  2. 2. Blattsymptome analysieren (Ringe, Vergilbung, Frassspuren).
  3. 3. Holz und Rinde auf Risse oder Gummifluss untersuchen.
Phenology
Stages
  1. Knospenaufbruch im zeitigen Frühjahr
  2. Blütezeitpunkt meist im April vor oder mit dem Blattaustrieb
  3. Fruchtansatz und anschließender Junifall
  4. Fruchtwachstum und Ausfärbung über den Sommer
  5. Reifephase und Ernte im Spätsommer bis Herbst
  6. Laubfall und Übergang in die Winterruhe
Notes

Die phänologischen Phasen verschieben sich je nach regionalem Mikroklima und gewählter Sorte (Früh- vs. Spätzwetschgen).

Blüte und Bestäubung
Flowering months
  1. 4
  2. 5
Flower color

Weiß bis zart grünlich-weiß

Harvest
Harvest months
  1. 7
  2. 8
  3. 9
  4. 10
Yield expectation

Hoher, aber oft alternierender Ertrag je nach Ausdünnung im Frühsommer.

Erntedetails
Harvest frequency

Mehrfaches Durchpflücken im Abstand von einigen Tagen wird empfohlen, da die Früchte am Baum nacheinander reifen.

Harvest indicators
  1. Die Früchte sind vollständig blau-violett gefärbt, auch am Stielansatz.
  2. Das Fruchtfleisch gibt auf leichten Fingerdruck hin leicht nach.
  3. Die typische weißliche Duftschicht (Bereifung) ist vollständig ausgebildet.
  4. Die Frucht lässt sich leicht mitsamt dem Stiel vom Fruchtholz lösen.
Post harvest handling

Früchte vorsichtig pflücken, um die schützende Wachsschicht nicht abzureiben. Druckstellen beschleunigen Fäulnisprozesse.

Storage
Suitable storage types
  1. fresh_cellar
  2. refrigerated
  3. frozen
  4. processed
Optimal temperature0,5 °C
Lagerdetails
General storage category

Kurzzeitlagerung im frischen Zustand; hervorragend geeignet zur Haltbarmachung.

Storage life

Frisch im Kühlschrank ca. 1 bis 2 Wochen haltbar. Eingefroren oder eingekocht viele Monate.

Processing options
  1. Einfrieren (entsteint)
  2. Einkochen als Kompott oder Zwetschgenmus (Latwerge)
  3. Trocknen zu Dörrobst
  4. Vergären zu Obstbrand (Zwetschgenwasser)
Verarbeitung und Nutzung
Industrial relevanceja
Home gardening value

Sehr hoch, da Zwetschgen im Gegensatz zu vielen Saftflaumen beim Backen ihre feste Struktur und Säure behalten.

Küchennutzung
Suitability

Klassische Backfrucht für Blechkuchen (Zwetschgendatschi), Knödelbelag und Mus.

Essbarkeit und Sicherheit
Essbare Teile
  1. Fruchtfleisch
  2. Fruchthaut
Nicht essbare oder kritische Teile
  1. Steinkern (enthält blausäureabspaltende Glykoside)
  2. Blätter
  3. Rinde
Sicherheitshinweise

Der Verzehr des Fruchtfleisches ist absolut sicher. Die inneren Samenkörner im harten Kern enthalten Amygdalin und sollten nicht verzehrt werden.

Rohverzehr

Sehr gut geeignet; vollreife Zwetschgen schmecken süß-säuerlich und erfrischend direkt vom Baum.

Saatgutgewinnung
Difficulty

Schwer bzw. unpraktisch für den Hausgarten.

Basic steps
  1. Fruchtfleisch vollständig vom harten Steinkern entfernen.
  2. Kerne reinigen und eine Kältebehandlung (Stratifikation) im feuchten Sandbett über den Winter durchführen.
  3. Im Frühjahr aussäen.
Saatgutgewinnung vertieft
Genetic notes

Sämlinge von Prunus domestica spalten stark auf. Die sortenechte Vermehrung von Zwetschgen erfolgt im Gartenbau ausschließlich vegetativ über Veredelung (Okulation oder Kopulation) auf eine passende Wurzelunterlage.

Varieties
Hauszwetschge
Slughauszwetschge
Names

Hauszwetschge

Ripening groupvery_late
Self fertileja
Sharka resistancesusceptible
Notes

Alte, bewährte Sorte mit hervorragendem Aroma, ideal zum Backen. Reift folgernd ab September.

Jojo
Slugjojo
Names

Jojo

Ripening groupmittel
Self fertileja
Sharka resistancehypersensitive_resistant
Notes

Die erste absolut scharkaresistente Sorte. Mittlerer bis starker Wuchs, früh einsetzende Erträge.

Hanita
Slughanita
Names

Hanita

Ripening groupmedium_late
Self fertileja
Sharka resistancetolerant
Notes

Sehr geschmackvolle, früh tragende Sorte mit exzellenter Steinlöslichkeit, scharkatolerant.

Rootstocks
St julien a
Slugst_julien_a
Names

St. Julien A

Vigor classsemi_vigorous
Soil preference

Mittelschwere, humusreiche Böden; verträgt mäßige Feuchtigkeit gut, keine extreme Trockenheit.

Notes

Die Standardunterlage für Buschbäume und Halbstämme im Erwerbs- und Hausgartenbau. Gute Standfestigkeit.

Pixy
Slugpixy
Names

Pixy

Vigor classdwarfing
Soil preference

Sehr nährstoffreiche, tiefgründige Böden mit gleichmäßiger Wasserversorgung; reagiert empfindlich auf Trockenheit.

Notes

Schwachwüchsige Unterlage, ideal für kleine Gärten, Spindelkulturen oder große Pflanzkübel. Erfordert permanenten Stützpfahl.

Wavit
Slugwavit
Names

Wavit

Vigor classsemi_dwarfing
Soil preference

Breites Bodenspektrum, bewährt sich auch auf schwereren Böden ohne Staunässe.

Notes

Selektion aus der Pflaumensämlingsunterlage Wangenheims. Bringt sehr gleichmäßige Bäume mit früh einsetzendem Ertrag.

Gehölzdetails
Training systems to research
  1. Rundkrone
  2. Spindelbusch
  3. Schlanke Spindel
  4. Palmette
Rootstock relevancehoch
Renewal pruning relevancemedium_high
Notes

Zwetschgen reagieren je nach Unterlage stark in ihrer Wuchsleistung. Fruchtholzerneuerung verhindert das Vergreisen der hängenden Fruchttriebe.

Ecology
Pollinator valuehoch
Wildlife valuehoch
Biodiversity notes

Die im April erscheinenden Blüten bieten Wildbienen, Hummeln und Honigbienen eine reiche, frühe Nahrungsquelle. Fallobst dient im Spätsommer Schmetterlingen und Wespen als wichtige Energiequelle.

Praxisnotizen
Cultivation pro tip

Reißen Sie steil nach oben wachsende Wasserschosse im Juni oder Juli einfach mit der Hand an der Basis aus, statt sie zu schneiden. Das verhindert den Neuaustrieb schlafender Knospen fast vollständig.